Invasive gebietsfremde Pflanzen sind nicht-einheimische Pflanzen, die aus fremden Gebieten (meist aus anderen Kontinenten), absichtlich oder unabsichtlich, eingeführt wurden, die sich bei uns in der Natur etablieren (Vermehrung in freier Natur) und sich auf Kosten einheimischer Arten effizient ausbreiten. Sie tragen weltweit zum Rückgang der biologischen Vielfalt bei und sind nach IUCN weltweit der zweitwichtigtse Grund des Artenrückgangs, gleich nach der Zerstörung von Biotopen durch den Menschen. Gemäss Art 8 h) des Übereinkommens über die Biologische Vielfalt muss das Einbringen solcher Arten verhindert und bereits etablierte Arten kontrolliert oder beseitigt werden.
Zahlreiche internationale Organisationen sowie verschiedene nationale Organisationen oder Instanzen in den europäischen Ländern kümmern sich um das Thema, informieren zu den Arten, zu den Folgen und den Massnahmen. -> Internationale und nationale Initiativen.
In Europa werden die invasiven gebietsfremden Pflanzen auch invasive Neophyten genannt, d.h. nach 1500* eingeführte Pflanzen, die sich bei uns etabliert haben und sich als invasiv herausgestellt haben.
* Datum der Entdeckung Amerikas, ab welchem sich der Austausch von Pflanzen zwischen den Kontinenten stark entwickelt hat.
Auch in der Schweiz haben sich die invasiven Neophyten in den letzten Jahren als Gefährdung für die biologische Vielfalt bestätigt. Die Aktivitäten rund um das Thema haben sich vermehrt und gehen von der Informationsvermittlung und Sensibilisierung, bis hin zur Eindämmung und Bekämpfung. Mit der revidierten Freisetzungsverordnung (FrSV), in Kraft seit Oktober 2008, haben wir in der Schweiz eine sehr gute gesetzliche Basis um Mensch und Umwelt vor den Schäden durch den Umgang mit invasiven Neophyten zu schützen.
-> Nicht zu verwechseln sind invasive Neophyten mit einheimischen Pflanzen, die lokal massiv auftreten können. (siehe Liste der unerwünschten Arten in den Empfehlungen der SKEW für Wildpflanzensaatgut)
-> Nicht alle Neophyten sind invasiv! Die Schweizer Flora zählt ungefähr 350 Neophyten, davon werden zirka 45 zu den invasiven Neophyten gezählt.
Poster:
Diese Poster enthalten eine Definition, die Schwarze Liste und Watch-List sowie Informationen zu den Arten. Sie können vom Format A4 bis A0 gedruckt werden und stehen so für Ausstellungen zur Verfügung. Sind Änderungen gewünscht oder soll eine Adresse zugefügt werden, bitte wenden Sie sich an das Sekretariat der SKEW. Die Poster können auch im A1 Format auf deutsch oder französisch bei der SKEW ausgeliehen werden.
Berichte zur Situation in der Schweiz: (seit 1.1.2006: BAFU= Bundesamt für Umwelt):
Von 2001-2004 hat eine SKEW-Arbeitsgruppe unter der Leitung von Frau Dr. Barbara Köhler und Dr. E. Weber grundlegende Dokumente ausgearbeitet:
- Workshopberichte 2001 und 2003 (BUWAL/sanu/SKEW; Cordillot F.)
- Lagebericht und Handlungsbedarf 2005 (Gigon A. und Weber E.), zu Handen des BUWAL:
Zusammenfassung, Empfehlungen -> Gesamtbericht - Workshopsbericht 2005 (BUWAL/sanu/LBL/srva/SKEW)
- An inventory of alien species and their threat to bodiversity and economy in Switzerland with Fact sheets 2006- (BAFU / Rüdiger Wittenberg, CABI Bioscience)
- Vorschlag für Ersatz-Pflanzenarten für invasive Neophyten, v.a. im Bereich von Gärten und Parks von A. Gigon
SKEW-Arbeiten im Auftrag des BUWAL
- Schwarze Liste und Watch-Liste: Listen invasiver Neophyten für die Schweiz
- Einteilungsschlüssel für die Neophyten
- Infoblätter für die Arten der Schwarzen Liste mit Verbreitungskarten vom ZDSF
Seit 1. Juli 2004 führt Sibylla Rometsch vom SKEW-Sekretariat diese Arbeiten weiter in enger Zusammenarbeit mit Dr. Francis Cordillot (BAFU) bis April 2008, danach in Zusammenarbeit mit Dr. Corinne Vonlanthen (BAFU).
Meldungen von Vorkommen und Bekämpfung der invasiven Neophyten:
Zuständigkeit und Kontakte
Weitere Informationsstellen und Initiativen in der Schweiz:
- BAFU
Informationsseite - Zürich
- Fachstelle Naturschutz Kanton Zürich -> Infoblätter (Kapitel: Problempfanzen): allgemeine Information und erste Infoblätter in der Schweiz von G. Gelpke
- Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft -> verschiedene Dokumente zu den invasiven Neophyten, u.a. auch Prävention und Bekämpfung des Japan-Knöterichs
- Genf
- Conservatoire et Jardin Botaniques de la Ville de Genève: allgemeine Informationen und erste Infoblätter
- Kanton Genf: allgemeine Informationen und Infoblätter
- Radiosendung TSR: mit Daniel Jeanmonod des CJB und Bertrand Von Arx vom Kanton
- Neuenburg
Pflanzenschutzdienst: Information und Infoblätter
GRINE: Arbeitsgruppe invasive Neophyten mit Experten aus dem Kanton Neuchâtel - Freiburg
Infodossier mit Infoblättern; kantonale Verbreitungskarten für Ambrosia artemisiifolia und Heracleum mantegazzianum - Bern
Naturschutzinspektorat (-> Artenschutz -> Invasive Neophyten): unter anderem Infoblatt zu Lysichiton americanus - Tessin
Arbeitsgruppe zu Ambrosia (Museo cantonale di storia naturale, Servizio fitosanitario cantonale). Ziel: die Ausbreitung von Ambrosia artemisiifolia überwachen und die Bevölkerung korrekt darüber informieren. Infoblatt zu Ambrosia artemisiifolia - Luzern
Das öko-Forum Umweltberatung Luzern bietet verschiedene interessante Informationen zum Thema invasive Neophyten. Ein Flyer zum "Umgang mit Neophyten" und ein Flyer zu den "Exoten im Garten - was tun?" helfen im richtigen Umgang. - Waadt
Allgemeine Informationen + Infoblätter mit Angaben zur Bekämpfung - Bundesamt für Gesundheit
Informationsseite zu Ambrosia artemisiifolia - MeteoSchweiz (Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie)
Informationsseite zu Ambrosia artemisiifolia - Agroscope Changins-Wädenswil, ACW
Informationen zu den Aktivitäten im Bereich invasive Neophyten - Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft, WSL
Artikel zu den Neophyten im Wald von Michael Nobis - Jardin Suisse
Infoblatt zu Ambrosia artemisiifolia - Armasuisse (Zentrum für militärische und zivile Systeme)
Infoblätter
Forschung in der Schweiz:
Forscher, die über invasive Pflanzen arbeiten:
- Prof. Dr. P. Edwards, Geobotanisches Institut, ETH Zürich
- Prof. Dr. M. Fischer, Institute of Plant Science, Universität Bern
- Prof. Dr. A. Guisan, Institut d'Ecologie, Université de Lausanne
- Dr. D. Jeanmonod, Conservatoire et Jardin Botaniques de la Ville de Genève
- Prof. Dr. W. Nentwig, Zoologisches Institut, Universität Bern
- Prof. Dr. H. Müller-Schärer, Dép. de Biol., Ecol. & Evol., Université de Fribourg
- Prof. Dr. B. Schmid, Institut für Umweltwissenschaften, Universität Zürich








